Wartungsintervalle festlegen und dokumentieren | Werkhüter

Wartungsintervalle für Maschinen planen: Herstellerangaben, Nutzung und Zuständigkeit zusammenführen. Mit Beispiel und Anleitung für wiederkehrende Aufträge.

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Wartungsintervalle festlegen: vom Herstellerhinweis zum Auftrag

Wann ist die nächste Wartung fällig? Die Antwort hängt vom Arbeitsmittel und seinen Einsatzbedingungen ab. Ein brauchbarer Wartungsplan hält deshalb nicht nur einen Termin fest, sondern auch die Grundlage des Intervalls, die Tätigkeit und die Zuständigkeit.

Stand: 22. Oktober 2026 · Redaktion: Werkhüter

Was ist ein Wartungsintervall?

Ein Wartungsintervall beschreibt den Abstand zwischen vorgesehenen Wartungen. Der Abstand kann sich auf Kalenderzeit, Betriebsstunden, Laufleistung oder einen festgestellten Zustand beziehen. Welche Grundlage geeignet ist, muss zur jeweiligen Maschine und Aufgabe passen.

Ein monatlicher Termin ist daher nicht automatisch mit einem Intervall von 30 Tagen gleichzusetzen. Ebenso lassen sich 500 Betriebsstunden ohne Kenntnis der Nutzung nicht zuverlässig in ein festes Tagesintervall umrechnen.

Woher kommen die passenden Intervalle?

Für Arbeitsmittel verlangt § 10 BetrSichV, Herstellerangaben bei der Instandhaltung zu berücksichtigen. Die sichere Durchführung stützt sich auf die Gefährdungsbeurteilung. Die TRBS 1112 der BAuA konkretisiert die Organisation der Instandhaltung.

Die folgende Checkliste hilft, die benötigten Angaben zusammenzutragen. Sie liefert keine pauschale Wartungsfrist für alle Geräte:

  • Betriebs- und Wartungsanleitung des konkreten Modells
  • Vorgesehene Tätigkeit und betroffene Bauteile
  • Tatsächliche Nutzung und Einsatzumgebung
  • Ergebnisse bisheriger Wartungen und festgestellte Abweichungen
  • Zuständige fachkundige Person und betriebliche Freigabe

Zeit, Nutzung oder Zustand: drei Planungsgrundlagen

Tabelle bei Bedarf seitlich verschieben.

Intervallgrundlagen und ihre organisatorischen Folgen
GrundlageBeispielWas Sie dafür dokumentieren
KalenderzeitEin festgelegter Abstand in TagenAusgangstermin, Tagesintervall und Tätigkeit
NutzungWartung nach einer vorgegebenen Zahl von BetriebsstundenZählerstand, Erfassungszeitpunkt und nächste Nutzungsgrenze
ZustandMaßnahme nach einer beurteilten ZustandsabweichungBeobachtung oder Messung und fachliche Entscheidung

Werkhüter unterstützt derzeit wiederkehrende Aufträge mit einem Tagesintervall. Betriebsstundenzähler, Sensordaten und automatisch ausgelöste zustandsabhängige Aufträge gehören nicht zu diesem Funktionsumfang. Erfassen Sie nutzungsabhängige Aufgaben daher nicht so, als würde die Software den Maschinenzähler überwachen.

Wartungsintervalle in sechs Schritten dokumentieren

  1. Anlage eindeutig zuordnen: Verwenden Sie Kennung, Modell und bei Bedarf Seriennummer. Eine Vorgabe für ein anderes Modell kann ungeeignet sein.
  2. Quelle festhalten: Notieren Sie die maßgebliche Herstellerunterlage oder hinterlegen Sie sie in der Geräteakte. Die zuständige Person muss die Grundlage wiederfinden können.
  3. Tätigkeit beschreiben: Trennen Sie unterschiedliche Arbeiten. Eine Sichtkontrolle und ein Filterwechsel können andere Grundlagen und Intervalle haben.
  4. Intervall fachlich festlegen: Lassen Sie die zuständige Person die konkrete Vorgabe unter den tatsächlichen Einsatzbedingungen prüfen.
  5. Auftrag vorbereiten: Legen Sie Termin, Verantwortung, erforderliche Prüfpunkte und benötigtes Material fest.
  6. Ergebnis zurückmelden: Dokumentieren Sie die ausgeführte Arbeit und prüfen Sie Abweichungen. Eine Änderung des Intervalls braucht eine nachvollziehbare fachliche Grundlage.

Für die Struktur hilft die Wartungsplan-Vorlage. Den gesamten Ablauf beschreibt der Ratgeber Wartungsplan erstellen.

Beispiel: Ein Tagesintervall in Werkhüter

Ein Beispielauftrag ist zum 1. Oktober fällig und hat ein Intervall von 30 Tagen. Wird er am 5. Oktober abgeschlossen, entsteht der Folgeauftrag in Werkhüter ausgehend vom bisherigen Fälligkeitsdatum: Der nächste Termin ist der 31. Oktober.

Die Software rechnet in diesem Ablauf nicht vom Abschlussdatum aus. Ein verspäteter Abschluss verschiebt die geplante Terminfolge dadurch nicht automatisch nach hinten. Bei stark verspäteten Aufträgen kann ein Folgeauftrag bereits wieder überfällig sein. Prüfen Sie dann den tatsächlichen Arbeitsbedarf mit der verantwortlichen Person.

Die 30 Tage dienen ausschließlich dazu, die Terminberechnung zu erklären. Sie sind keine empfohlene Wartungsfrist für eine bestimmte Maschine.

Oberer Teil des Formulars Neuen Auftrag erstellen mit Vorlage, Auftragsart, Titel, Anlage, Fälligkeit, Priorität, Verantwortung und Intervall.
Beim Erstellen eines Auftrags werden Termin und Tagesintervall erfasst. Echte Softwareansicht mit Beispieldaten. Bild in Originalgröße öffnen.

Die Anleitung zum Erstellen eines Wartungsauftrags zeigt die Eingabe. Eine Störung bleibt ein einmaliger Auftrag mit Intervall null.

Wartung und Prüfung nicht gleichsetzen

Eine Wartung erhält den vorgesehenen Zustand. Eine Prüfung oder Inspektion bewertet einen Zustand beziehungsweise die Erfüllung bestimmter Anforderungen. Für die Organisation sollten Sie unterschiedliche Aufgaben auch dann getrennt erfassen, wenn sie an derselben Anlage stattfinden.

Ein Termin in der Software legt weder eine gesetzliche Prüffrist fest noch ersetzt er die erforderliche fachliche Beurteilung. Verwenden Sie für den konkreten Fall die maßgeblichen Vorgaben und zuständigen Personen.

Fristen im Kalender und in der Auftragsliste prüfen

Ein gepflegtes Intervall hilft nur, wenn jemand die daraus entstehenden Aufträge bearbeitet. Prüfen Sie deshalb regelmäßig aktive und überfällige Vorgänge. Im Kalender-Guide sehen Sie, wie Termine im Monatsraster angezeigt werden. Der Filter für überfällige Aufträge unterstützt die Nachverfolgung.

Werkhüter sendet derzeit keine automatischen E-Mail-Erinnerungen. Planen Sie die Kontrolle der Hinweise als festen Arbeitsschritt ein.

Häufige Fragen zu Wartungsintervallen

Gibt es eine allgemeine Wartungsintervall-Tabelle für alle Maschinen?

Eine pauschale Tabelle kann die Vorgaben für das konkrete Arbeitsmittel nicht ersetzen. Verwenden Sie Herstellerunterlagen und die fachlich festgelegten betrieblichen Maßnahmen.

Rechnet Werkhüter in Monaten oder Betriebsstunden?

Wiederkehrende Aufträge verwenden derzeit ganze Tagesintervalle. Kalendermonatsregeln und Betriebsstunden-Auslöser sind nicht enthalten.

Verschiebt ein später Abschluss den nächsten Termin?

Der Folgeauftrag wird anhand des bisherigen Fälligkeitstermins und des Tagesintervalls berechnet. Der tatsächliche Abschlusszeitpunkt ist nicht der Ausgangspunkt dieser Berechnung.

Quellen zur fachlichen Einordnung: § 10 BetrSichV und TRBS 1112, abgerufen am 22. Oktober 2026. Beispiele erläutern die Organisation und Softwarebedienung, keine gerätespezifische Arbeitsanweisung.

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