Inventurarten im Vergleich: 4 Verfahren erklärt

Welche Inventurarten gibt es? Stichtagsinventur, permanente, zeitverschobene und Stichprobeninventur mit Tabelle, Beispielen und Voraussetzungen.

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Inventurarten im Vergleich: Welche Verfahren gibt es?

Stichtagsinventur, permanente Inventur, zeitverschobene Inventur und Stichprobeninventur unterscheiden sich vor allem darin, wann und wie Bestände festgestellt werden. Dieser Überblick zeigt die Unterschiede, typische Einsatzfälle und die wichtigsten Voraussetzungen.

Das Wichtigste: Eine Inventur ermittelt den tatsächlichen Bestand. Welche Methode geeignet ist, hängt von der Art der Bestände, den organisatorischen Möglichkeiten und den gesetzlichen Voraussetzungen ab. Die laufende Inventarverwaltung ersetzt die Inventur nicht.

Die vier häufigsten Inventurverfahren

1. Stichtagsinventur

Bei der Stichtagsinventur werden die Bestände grundsätzlich zum Abschlussstichtag körperlich aufgenommen. Die handelsrechtlichen Regeln erlauben unter bestimmten Voraussetzungen eine zeitnahe Aufnahme; Bestandsveränderungen zwischen Aufnahme- und Bilanzstichtag müssen berücksichtigt werden. Die Methode bündelt den Zählaufwand und kann beispielsweise bei überschaubaren Lagern sinnvoll sein.

2. Permanente Inventur

Bei der permanenten Inventur werden Bestandsbewegungen laufend dokumentiert. Körperliche Aufnahmen können über das Jahr verteilt erfolgen, sofern sich die Bestände am Bilanzstichtag ordnungsgemäß feststellen lassen. Voraussetzung sind verlässliche Bestandsaufzeichnungen und nachvollziehbare Zu- und Abgänge.

3. Zeitverschobene Inventur (verlegte Inventur)

Die zeitverschobene Inventur verlegt die körperliche Bestandsaufnahme innerhalb der gesetzlichen Grenzen vor oder nach den Bilanzstichtag. Nach § 241 Abs. 3 HGB kann die Aufnahme grundsätzlich innerhalb der letzten drei Monate vor oder der ersten zwei Monate nach dem Schluss des Geschäftsjahres stattfinden, sofern die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind. Der Stichtagsbestand muss durch ein geeignetes Fortschreibungs- oder Rückrechnungsverfahren ermittelt werden.

Beispiel: Ein Lager wird am 30. November gezählt, der Abschlussstichtag ist der 31. Dezember. Die relevanten Zu- und Abgänge im Dezember werden dokumentiert, damit der Bestand zum 31. Dezember rechnerisch nachvollzogen werden kann.

4. Stichprobeninventur

Bei der Stichprobeninventur werden Bestände mithilfe anerkannter mathematisch-statistischer Verfahren ermittelt. § 241 Abs. 1 HGB verlangt dabei unter anderem, dass der Aussagewert dem einer körperlichen Bestandsaufnahme gleichkommt. Eine beliebige kleine Stichprobe ohne geeignetes Verfahren genügt nicht.

Inventurarten: Übersicht als Tabelle

VerfahrenZeitpunktWichtige VoraussetzungTypischer organisatorischer Vorteil
StichtagsinventurZum beziehungsweise um den AbschlussstichtagGeordnete Aufnahme und Berücksichtigung der BewegungenGemeinsamer Zähltermin
Permanente InventurVerteilte körperliche AufnahmenFortlaufende verlässliche BestandsbuchführungZählaufwand über das Jahr verteilen
Zeitverschobene InventurInnerhalb der gesetzlichen Vor-/NachfristOrdnungsgemäße Fortschreibung oder RückrechnungEntlastung rund um den Jahresabschluss
StichprobeninventurAbhängig vom VerfahrenAnerkanntes statistisches Verfahren mit gleichwertigem AussagewertWeniger Einzelpositionen körperlich aufnehmen

Welche Inventurart passt zu Ihrem Betrieb?

Für einen kleinen Gerätebestand kann eine gemeinsame körperliche Bestandsaufnahme gut funktionieren. Bei einem größeren Ersatzteillager mit zuverlässiger Buchführung kann die permanente Inventur organisatorisch günstiger sein. Die zeitverschobene Inventur kann den Jahreswechsel entlasten; eine Stichprobeninventur setzt geeignete Daten und statistische Verfahren voraus.

Unabhängig vom Verfahren helfen eindeutige Artikel- und Gerätenummern, gepflegte Standorte, klar benannte Verantwortliche und dokumentierte Abweichungen. Eine praktische Anleitung zur Geräteverwaltung bietet unser Anlagen-Guide. Für den Datenimport lesen Sie die Importanleitung.

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Das Startformular und die Auswahl einer bestehenden Inventur. Die Zählliste nach Auswahl ist hier noch nicht geöffnet. Echte Softwareansicht · Beispieldaten vom 21. Oktober 2026. Zum Vergrößern auf das Bild tippen.

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Werkhüter bietet Inventurläufe für erfasste Geräte mit Sollbestandsmomentaufnahme, Erfassung von Fund-, Fehl- und Abweichungsergebnissen sowie Abschluss des Inventurlaufs. Bestandskorrekturen erfolgen getrennt und nicht automatisch. Materialbestände und Bewegungen werden in einem eigenen Bereich verwaltet. Damit lassen sich betriebliche Bestandsprüfungen organisieren; eine vollständige handelsrechtliche Inventur- oder Buchhaltungslösung wird damit nicht zugesagt.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen permanenter und zeitverschobener Inventur?

Die permanente Inventur verteilt körperliche Aufnahmen über das Geschäftsjahr und stützt sich auf laufende Bestandsaufzeichnungen. Die zeitverschobene Inventur erlaubt eine Aufnahme innerhalb festgelegter Zeiträume rund um den Bilanzstichtag und eine rechnerische Überleitung.

Ist eine Inventur immer eine körperliche Zählung?

Die körperliche Bestandsaufnahme ist der Regelfall. Unter gesetzlichen Voraussetzungen sind andere Verfahren wie eine ordnungsgemäße Stichprobeninventur möglich.

Ist eine Inventarliste dasselbe wie eine Inventur?

Nein. Die Inventur ist der Vorgang der Bestandsfeststellung. Die Inventarliste beziehungsweise das Inventar hält die ermittelten Bestände fest.

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Rechtsgrundlagen: § 240 HGB und § 241 HGB. Der Beitrag dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung.

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